Total abgedrehter und durchgeknallter Drogentrip mit einem fantastisch aufgelegten Johnny Depp, der als Sportjournalist Raul Duke mit seinem Anwalt (gespielt von Benicio Del Toro) auf dem Weg nach Vegas ist, um dort über das bekannte Wüstenrennen Mint 400 zu berichten.
Bewertung:

Erscheinungsjahr: 1998
Genre: Drogenfilm, Psychotrip
Filmdauer: 118 min.
Altersfreigabe: FSK: 16
Regie: Terry Gilliam
Schauspieler: Johnny Depp, Benicio del Toro, Tobey Maguire, Ellen Barkin, Cameron Diaz
Produktionsland: USA

Angst und Schrecken in Las Vegas Kritik

Dem genialen Buch von Hunter S. Thompson und dessen meisterhafte, filmische Umsetzung durch Terry Gilliam kann ich nur durch eine Art entsprechend huldigen:
Durch puren Gonzo-Journalismus!

Mein Anwalt riet mir ein schnelles Auto ohne Verdeck zu mieten und sofort zum nächsten Filmverleih zu fahren, um dir diesen Film aus zu leihen. Ich traf dort auf einen portugisischen Filmliebhaber namens La Suelda, der mir daraufhin eine sichere Suite besorgte. Für den Trip orderte ich bei ihm Kokain, einen Kasettenrekorder für ganz spezielle Musik, Acapulco Shirts, zusätzlich empfahl er mir eine Flasche Wild Turkey, n doppelten Barcadi, Eis und Limonenstücke.

Die Suite war herunter gekommen und schäbig und stank nach Linoleum und Plastikteilen. Unter dem Bett fand ich einen Koffer mit 2 Beutel Gras, 75 Kügelchen Mescalin, 5 Löschblattbögen extra starkes Acid, nen Salzstreuer halbvoll mit Kokain und ’n ganzes Spektrum an vielfarbiger Uppers, Downers, Heuler, Lacher, 10 Liter Tequila, ne Flasche Rum, ne Kiste Bier, nen halben Liter Äther und 2 Dutzend Poppers.
Ich nahm etwas von dem Äther, dazu LSD und ein wenig von dem Meskalin und schob die Videokassette, auf dem in schnörkeliger Schrift „Fear and Loathing in Las Vegas“ stand, in den staubigen Videorecorder.

Schlimme Wellen von Paranoia überkamen mich. Ich befand mich mitten in einem Dinosaurier-Zoo. Was hatte mein Anwalt mir nochmal geraten? Ich solle mir den Film unter keinen Umständen in Kombination mit psychedelischen Mitteln anschauen… Es wurde heller und das Geräusch von Motoren kam näher und näher. Aus irgendeinem Grund stand ich mitten in der Wüste und Motorräder fuhren an mir vorbei. Das Mint 400 Rennen war anscheinend voll im Gange. Ich konnte nicht mehr klar denken. Es fühlte sich an als ob jemand meinen Verstand durch einen Fleischwolf gedreht hatte. Die leuchtenden Farben des Vegas-Strip verschmolzen zu einem undefinierbaren Meer aus tanzenden Lichter. Es wurde dunkel und im Hintergrund hörte ich dumpfes Stimmengeflüster. Es herrschten unerträgliche Vibrations an diesem Ort und ich verlor das Bewusstsein. Irgendwann öffnete ich wieder meine Augen. Wie viel Zeit war vergangen? Ein paar Minuten, Stunden? Das Zimmer sah aus als wäre ein Orkan durchgefegt, der Boden war überschwemmt. Überall klebten Federn und ein zerstochenen Kissen lag neben mir auf dem Bett. Kannst du mich nicht einfach in den Pool schubsen hörte ich eine leise Stimme in der Ferne sagen.
Die Wirkung des Äthers lies nach, die des LSD-Trips war lang verflogen aber das Meskalin haute voll rein. Wahnsinn, Angst und Schrecken. Abhauen. Verfolgungswahn überkam mich. Ich musste von diesem Ort verschwinden, für eine Weile untertauchen. Was, wenn die Cops mich suchten und schon auf dem Weg hier her waren? Mir wurde schwarz vor Augen…

Als ich wieder zu mir kam, lag ich immer noch auf dem Bett. Etwas war anders. Ich befand mich nicht mehr in der Suite, vor mir lag mein Laptop und auf den schwarzen Bildschirm. Hatte ich das alles etwa nur geträumt? Mein Kopf fühlte sich furchtbar an. Ein pochender Schmerz zog sich durch meine Stirn. Erst jetzt bemerkte ich, dass der Fußboden nass war und ich lief ins Bad aus der eine merkwürdige Fahrstuhl-Musik erklang. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken. Schweißausbrüche überkamen mich. Dies war jene Art des Konsums, der dich an den Rande des Wahnsinns treiben und direkt in den Abrund stoßen konnte. Und woher verdammt nochmal kam dieses Z auf meiner Stirn?

Angst und Schrecken in Las Vegas Trailer

Angst und Schrecken in Las Vegas
Story70%
Charaktere100%
Atmosphäre100%
Spannung70%
Action50%
Humor90%
80%Gesamtwertung

Über den Autor

Liebt Big Kahuna Burger über alles und scheut sich nicht davor, auch mal in Bermudas und quietschbunten T-Shirts durch die Stadt zu laufen. Seine Leidenschaft gilt spannenden Filmen mit tollen Charakteren, witzigen Dialogen und einer mitreißenden Geschichte. Er kann es kaum erwarten, dass Quentin Tarantino seinen neuesten Film in die Kinos bringt.

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