Das Deckensegel bzw. Akustiksegel ist ein nützliches Bauelement zur Optimierung der Raumakustik im Heimkino. Es wird zwischen dem Hörplatz und der Leinwand an der Decke des Heimkinoraums platziert. Auf diese Weise können Erstreflexionen an der Decke zwischen Zuschauer und Front-Lautsprecher fast vollständig eliminiert werden und das Publikum bekommt nur den Direktschall aus den Lautsprecher mit (Schallreflexionen können dazu führen, dass euer Kinopublikum nicht die gewünschte Vertonung des Films hört, sondern den durch die Eigenarten eures Kinoraums beeinflussten Klang). Als Absorber-Material eignet sich offenporiger Schaumstoff wie z.B. Melaminharzschaum (Basotect). Zum einen durch die Schwerentflammbarkeit (ohne Zusatz von Flammschutzmitteln), zum anderen durch das geringe Gewicht und das hohe Schallabsorptionsvermögen im mittleren und hohen Frequenzbereich. Um die Akustikmodule an die Decke zu bringen, gibt es mehrere Möglichkeiten.

Deckensegelsegel direkt an die Decke montieren

  • Akustiksegel ohne Rahmen: Deckensegel aus Melaminharzschaum können mittels Montagekleber direkt an die Wand geklebt werden. Es gibt sogar selbstklebende Akustiksabsorberplatten, die sich z.B. für die Montage bei glatten Decken eignen.
  • Akustiksegel mit Rahmen: Deckensegel mit Holz- oder Aluminiumrahmen können am besten direkt in die Zimmerdecke gedübelt werden. Die Absorberplatten können idealerweise so zugeschnitten werden, dass sie alleine durch die Spannung in dem Rahmen gehalten werden. Ein Verkleben der Absorber mit entsprechendem Montagekleber sorgt für zusätzlichen Halt, ist aber bei passgenauem Zuschnitt unnötig.

Deckensegelsegel frei schwingend anbringen

Den größten Effekt bringen Akustiksegel, wenn sie nicht direkt an die Decke montiert, sondern mit etwas Abstand frei hängend befestigt werden. Am einfachsten ist es, wenn ihr die Absorberplatten in einen Rahmen spannt und diesen über Drahtseile und entsprechende Haken, die in den Rahmen gedreht und in die Decke gedübelt werden, schwingend aufhängt. Die frei schwingende Montage verbessert die Spanne des Frequenzbereichs, der wirksam absorbiert werden kann. Des Weiteren gilt: je dicker das verwendete Absorbermaterial, desto höher ist der Schallabsorptionsgrad auch in mittleren Frequenzbereichen unterhalb von 500 Hz.

Akustiksegel mit indirekter Beleuchtung

Wird das Akustiksegel direkt an die Decke montiert, verbaut ihr euch die Möglichkeit, die Akustikelemente ins rechte Licht zu rücken. Eine indirekte Beleuchtung ist so nicht mehr möglich. Frei schwingende Akustiksegel mit genügend Abstand zur Decke eignen sich dagegen hervorragend, um auf der Rückseite des Deckenmoduls LED-Lichterketten oder EL-Schläuche für atmosphärisches, indirektes Licht zu installieren. Wenn ihr bereits eine abgehängte Decke habt, könnt ihr die Verkabelung prima hinter der Decke verstecken. Ansonsten können auch batteriebetrieben EL-Schläuche bzw. LED-Ketten verwendet werden.

Deckensegel in der Kinoschmiede

In unserer Heimkino „Kinoschmiede“ haben wir mit den Herausforderungen einer niedrigen Deckenhöhe von 2,10 m zu kämpfen. Um nicht noch mehr Deckenhöhe zu verlieren (und aufgrund des höheren Aufwands), haben wir uns gegen ein freischwingendes Akustiksegel entschieden. Stattdessen haben wir unser Akustiksegel direkt unter die Decke montiert. Wir haben zunächst einen doppelten Holzrahmen aus Dachlatten gebaut. Dieser wurde in demselben anthrazit gestrichen, wie die Rigips-Decke. Das eigentliche Deckensegel wurde aus zwei Basotect-Platten gefertigt, die mit einem Akustikstoff überzogen wurden. Die Platten wurden so passgenau geschnitten, dass sie nur durch Spannung im Holzrahmen gehalten werden. Das Endergebnis kann sich sehen lassen und erfreut seitdem unsere Ohrmuscheln.

Über den Autor

aka Basti

Liebt Big Kahuna Burger über alles und scheut sich nicht davor, auch mal in Bermudas und quietschbunten T-Shirts durch die Stadt zu laufen. Seine Leidenschaft gilt spannenden Filmen mit tollen Charakteren, witzigen Dialogen und einer mitreißenden Geschichte. Er kann es kaum erwarten, dass Quentin Tarantino seinen neuesten Film in die Kinos bringt.

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