Das Podest war eines der wenigen Projekte in unserem Heimkino „Kinoschmiede“, das zur Abwechslung mal überraschend schnell über die Bühne ging. Von der Planung über die Materialauswahl bis zum Bau hat es nicht ganz eine Woche gedauert.

Die Planung des Podests

Falls ihr vorhabt, regelmäßig Filmabende mit einer größeren Zuschauerzahl in eurem Heimkino zu verbringen, dann berücksichtigt eine zweite oder sogar dritten Sitzreihe auf einem entsprechendem Podest frühzeitig in die Planung eures Heimkinos mit ein. Erst wenn ihr folgende Fragen für euch beantwortet habt, solltet ihr mit dem eigentlichen Podestbau beginnen:

  • Für wie viele Leute soll das Heimkino maximal ausgerichtet sein?
  • Wie viele Zuschauer werden regelmäßig in eurem Filmpalast erwartet?
  • Wie viele Sitzreihen möchtet ihr haben bzw. lässt euer Heimkinoraum überhaupt zu?
  • Möchtet ihr die Kante eures Podests mit einer stimmigen Beleuchtung besser in Szene setzen?
  • Soll das Podest zur Verbesserung der Raumakustik genutzt werden und z.B. als Helmholzresonator oder Bassabsorber fungieren?
  • Möchtet ihr das Podest offen bauen und als Stauraum nutzen?
  • Soll ein Körperschallwandler eingebaut werden, der das gesamte Podest samt Kinosessel zum Schwingen anregen soll?
  • Benötige ich Zugänge für Stromanschlüsse, Lautsprecherkabel oder Beleuchtungslösungen?

Die optimale Höhe

Die optimale Höhe eures Heimkino Podests hängt gleich von mehreren Faktoren ab und ist der wohl wichtigste Faktor beim Podestbau. Im Folgenden ein paar Anregungen, was wir bei dem Podesthöhe in unserem Heimkino „Kinoschmiede“ beachtet haben:

  • Unser Podest sollte sowohl als Bassabsorber für tiefere Frequenzen fungieren als auch Stauraummöglichkeiten bieten. Die Höhe des Podests ist daher so gewählt, dass einerseits genügend Platz für Ersatzteile, Messequipment und Heimkino-Zubehör vorhanden ist. Andererseits mussten unsere selbstgebauten Absorber aus Thermo Hanf untergebracht werden.
  • Das wichtigste Kriterium war für uns die freie Sicht auf die Leinwand. Um dies zu garantieren, haben wir im Vorfel die optimale Höhe des Podests provisorisch mit Holzbrettern und Stühlen ausgelotet.
  • Unser Keller ist mit insgesamt 2,20 m recht niedrig und durch die abgehängte Decke kommen wir auch nur noch auf knapp 2,10 m Höhe. Damit sich auch mein 1,92 m großer Vater nicht groß verbiegen muss, war die maximale Podesthöhe auf 20 cm festgelegt.

Habt ihr die optimale Höhe eures Podests ermittelt und die oben stehenden Fragen für euch klären können,
so könnt ihr anfangen, eure Ideen zu Papier zu bringen bzw. zu visualisieren. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, einen Bauplan zu erstellen, angefangen von einer handgefertigten Zeichnung über Skizzierungsprogramme wie Sketchup bis hin zur intuitiven 3D Planungssoftware. Die Skizzierung eures Podests hilft euch dabei die optimalen Podestmaße zu identifizieren, die Materialauswahl und -kosten besser zu kalkulieren
und mögliche Hürden frühzeitig zu erkennen.

In unserem Heimkino „Kinoschmiede“ haben wir insgesamt zwei Sitzreihen installiert. Die erste Reihe besteht aus vier klappbaren Kinosesseln, die in einem Abstand von ca. 2m zur Leinwand direkt in den Boden geschraubt wurden. Da wir unser Heimkino aber für 6-8 Zuschauer auslegen wollten, haben wir das Heimkino-Podest von Anfang in unsere Planung berücksichtigt. Als Planungssoftware haben wir uns für das kostenlose und intuitive 3D Programm Roomeon entschieden.


Der Podestbau

Unterkonstruktion für das Podest

Für den Bau der Unterkonstruktion und des Podestrahmens haben wir uns für robuste Kanthölzer mit einer Dicke von 4-6 cm entschieden. Die Kanthölzer wurden auf unseren Kinoteppich gelegt und dann mit Winkeln zu einem stabilen Rahmen verbunden. Die Abstände zueinander haben wir so gewählt, dass unsere Bassabsorber aus Thermo Hanf exakt zwischen zwei Kanthölzern integriert werden konnten. Auf die fertige Rahmenkonstruktion haben wir OSB-3-Verlegeplatten mit einer Materialstärke von 22 mm geschraubt. Ihr könnt auch Spanplatten verwenden. OSB-3-Verlegeplatten haben allerdings Nut und Feder zu besitzen und können so einfach zu einem festen Verbund verlegt werden. Als Materialdicke solltet ihr mindestens 18, besser noch 22 mm nehmen.

Die Beleuchtung des Podests

Für die Beleuchtung der Podest-Kantenwollten wir ein Leuchtmittel verwenden, welches durchgehendes Licht emittiert und der Treppenstufenbeleuchtung aus den Kinos so nah wie möglich kommt. Elektrolumineszenz-Leuchtschnüre bieten diesen gewünschten Effekt und sind zudem auch durch ihre Biegsamkeit flexibel zu legen. Im Folgenden findet ihr eine detaillierte Anleitung für die Kantenbeleuchtung unseres Heimkinos.

Über den Autor

Liebt Big Kahuna Burger über alles und scheut sich nicht davor, auch mal in Bermudas und quietschbunten T-Shirts durch die Stadt zu laufen. Seine Leidenschaft gilt spannenden Filmen mit tollen Charakteren, witzigen Dialogen und einer mitreißenden Geschichte. Er kann es kaum erwarten, dass Quentin Tarantino seinen neuesten Film in die Kinos bringt.

Ähnliche Beiträge