Bevor ihr mit dem Selbstbau eurer Kinoleinwand beginnt, solltet ihr auf folgende Fragen bereits eine Antwort wissen:

  • Wie groß soll eure Heimkino Leinwand werden?
  • Möchtet ihr eine maskierbare Leinwand bauen, die sich an das jeweilige Bildformat anpassen lässt?
  • Welche Ansprüche an das Leinwandtuch stellt ihr?
  • Benötigt ihr vielleicht ein akustisch transparentes Leinwandtuch, weil ihr die Front-Lautsprecher hinter die Leinwand positioniert?
  • Soll eure Leinwand Marke Eigenbau auch ein individuelles Logo erhalten?
  • Legt ihr Wert auf eine Samt-Rahmen, um Lichtreflexionen zu minimieren?
  • Wie groß ist euer Heimkino-Budget und wie viel habt ihr für die Kinoleinwand eingeplant?

Wenn ihr bei der Beantwortung dieser Fragen noch unsicher seid, dann lest zuerst unseren Leinwand-Ratgeber durch.

Die Größe der Leinwand

Die Größe der Leinwand hängt gleich von mehreren Faktoren ab. Zum einen ist der Sitzabstand der vorderen Reihe zur Leinwand entscheidend. In diesem Zusammenhang spielt auch die Auflösung eurer Filme eine große Rolle. Wenn ihr z.B. zum größten Teils Fernsehserien ohne HD Auflösung schaut, dann sollte die Größe der Leinwand niedriger ausfallen. Schaut ihr dagegen hauptsächlich Full HD Filme, dann könnt ihr die Leinwand ruhig größer wählen.
Des Weiteren spielt der Beamer bei der Größe der Leinwand eine entscheidende Rolle. Wir empfehlen euch, erst den Beamer und dann die Leinwand zu kaufen. So könnt ihr im Vorfeld euch anschauen, welche Bildgröße der Beamer an die Wand wirft. In unserem Fall haben wir uns für den 3D fähigen Benq W1070 entschieden. Beim Test haben wir dann geschaut, wo der Beamer ungefähr an die Decke gehängt werden sollte, um die gewünschte Bildgröße zu projizieren.
Neben dem Sitzabstand und dem Beamer spielt natürlich noch die Raumbreite eine Rolle. Sollen z.B. Bassabsorber in den Ecken aufgestellt werden sollte das bei der Wahl der Leinwandbreite ebenfalls berücksichtigt werden. Wie ihr seht, gibt es alleine beim Leinwandkauf bzw. bei der Leinwandwahl einiges zu beachten. Eine gute Planung eures Heimkinos hilft euch aber, genau diese Fragen im Vornherein zu beantworten.

Bau des Rahmens

Für den Rahmen eurer Leinwand könnt ihr entweder einen Keilrahmen oder Kanthölzer aus dem Baumarkt verwenden. Gute Keilrahmen gibt es z.B. bei Boesner oder Keilrahmen.de. Diese könnt ihr direkt in der gewünschten Größe und Rahmenbreite bestellen und müsst sie dann nur noch zusammenstecken. Kanthölzer aus dem Baumarkt sind zwar die günstigere Alternative. Hierbei müsst ihr allerdings darauf achten, gerade Hölzer und keine krummen Bananen zu erwischen. Zuschneiden könnt ihr sie dann direkt im Baumarkt oder bei euch zuhause.
Wir haben uns für unsere Kinoschmiede Leinwand für einen Rahmen von Boesner in den Maßen 2X3X4 entschieden. Ab einer Rahmenbreite von 180cm lohnt es sich zudem über ein Einfach- oder Doppelkreuz nachzudenken, um der Leinwandkonstruktion die notwendige Stabilität zu geben. Wir bekamen 2 Längslatten, 2 Kurzlatten und 2 Zwischenhölzer für den Kreuzrahmen geliefert. Das Rahmen war schnell zusammengesteckt.

Welches Leinwandtuch soll ich verwenden?

Bei der Wahl des Leinwandtuchs spielen gleich mehrere Faktoren eine Rolle. Wollt ihr z.B. die Lautsprecher hinter die Leinwand positionieren, benötigt ihr ein akustisch transparentes Leinwandtuch, was aber dennoch lichtundurchlässig ist.
Neben der akustischen Transparenz einer Leinwand kommt es vor allem darauf an, dass alle Zuschauer ein gutes Bild sehen. Um unnötige Lichteinflüsse von außen von vornherein zu vermeiden, empfiehlt es sich, den Raum möglichst dunkel zu halten. Wenn ihr eure Leinwand ins dedizierte Heimkino im Keller installieren könnt, habt ihr natürlich mehr Möglichkeiten zur Verfügung als im Wohnzimmer. Ein Heimkino im Keller hat den Vorteil, das ihr den Raum schön dunkel gestalten könnt: optimale Voraussetzungen für kompromissloses Bild. In Wohnräumen ist es in der Regel wesentlich heller, es gibt größere Fenster und die wenigsten Wände werden schwarz gestrichen sein.

Rahmenbau

Bevor ihr einen Leinwandrahmen bestellt, solltet ihr euch gut überlegen, welche Größe ihr benötigt. Ich war aufgrund der geringen Raumbreite von 2,90m und den geplanten Eckabsorbern natürlich von vornherein stark eingeschränkt. Da ich zwei Sitzreihen in den Heimkinoraum integrieren wollte, musste ich auch darauf achten, dass die erste Sitzreihe nicht zu nah an der Leinwand sitzt. Gerade wenn ihr viel TV ohne HD-Auflösung schaut kann ein zu naher Sitzabstand dazu führen, dass jeder Pixel deutlich zu sehen ist. Die Größe des Bildes ist also nicht nur von den eigenen Vorlieben, sondern auch von der Bildauflösung und dem Sitzabstand abhängig. In meinem Kino wollte ich ein optimales Bild für beide Sitzreihen erzielen. Provisorisch baute ich zwei Stuhlreihen auf und bat meine Freundin, ein wenig mi der Beamer-Position und dem Zoom-Regler rum zu experimentieren,. Ich betrachtete abwechselnd das Bild aus der ersten und aus der zweiten Sitzreihe bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war.

Rahmenmaskierung

Eine klassische Kinoleinwand benötigt natürlich auch einen schwarzen Rahmen. Ich habe mich für die schwarze DC-Fix Klebefolie entschieden und diese in entsprechender Länge im Internet bestellt. Das Schöne an DC Fix ist:
• Es ist preiswert
• Fühlt sich an wie Samt
• Ist schwarz wie die Nacht
• Lässt sich gut verarbeiten

Über den Autor

Liebt Big Kahuna Burger über alles und scheut sich nicht davor, auch mal in Bermudas und quietschbunten T-Shirts durch die Stadt zu laufen. Seine Leidenschaft gilt spannenden Filmen mit tollen Charakteren, witzigen Dialogen und einer mitreißenden Geschichte. Er kann es kaum erwarten, dass Quentin Tarantino seinen neuesten Film in die Kinos bringt.

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